Am 22. Oktober 2009 besetzten Studenten das Audimax der Uni Wien. Was vorerst wie ein Flashmob wirkte, griff bald auf die restlichen Universitäten in Österreich über. Solidaritätsschreiben von Rektoren, Schulen, Parteien und anderen Hochschulen waren die Folge. Auch Demonstrationen ließen nicht lange auf sich warten.

Die Forderungen? Mehr Geld für die Universitäten, mehr Lehrpersonal (gleichzeitig soll die Frauenquote auf 50% gehoben werden), keine Zugangsbeschränkungen und auch keine Studiengebühren mehr. Hm… klingt gut. Nein, gut ist zu linde; es ist utopisch.

Wissenschaftsminister Hahn ist dabei die Zielscheibe. Dabei wird Hahn nicht mehr lange Wissenschaftsminister bleiben, da er in das Europäische Parlament nach Brüssel wechselt. SeinE NachfolgerIn wird sich also mit Problemen eines anderen beschäftigen und dabei zu unrecht als neue Zielscheibe hinhalten müssen.

Die Bilder des eingerichtete Livestream aus dem Audimax Wien erinnerten mich an Szenen des Baader-Meinhof-Komplex (siehe 68er Revolte). Der linke Geist wurde heraufbeschworen und gefestigt: „Der Nationalfeiertag gehört boykottiert!“ und „Der Kapitalismus muss abgeschafft werden!“ sind Parolen, die laut Ohrenzeugen in das Mikro des besetzten Hörsaales in Graz geschrien wurden. Applaus und Jubel war die logische Schlussfolgerung.

Auch beim Fischen nach neuen Mitläufern gingen einige Werber für die groß angelegte Demo durch Graz (29. Oktober 2009) äußerst heftig vor – rein nach dem Motto: „Bist du nicht für uns, bist du gegen uns!“ Flyer bekommt man ohne Ende in die Hand gedrückt. Will man keinen weil man schon einen hat (oder weil man sich einfach nicht mit dem Grundgedanken von Besetzung, Demo, Protest, etc. identifizieren kann), wird man als Lügner beschimpft und als Asozialer erniedrigt (diese Szene ist meiner Mitbewohnerin passiert).

Dabei war doch „(Basis)Demokratie“ ein sehr häufig von den Besetzern genanntes Schlagwort. Aber Moment… wenn ich mich recht erinnere, dann ist doch auf „freie Meinungsäußerung“ ein Teil von Demokratie, oder? Wie kommt es dann, das diejenigen, die sich als Demokraten tarnen, Gehirnwäsche betreiben und jeden ausgrenzen, der nicht für sie ist? Übrigens: ähnliche Szenarien sind in den Geschichtsbüchern unter „Nationalsozialismus in den 30er Jahren“ nachzulesen.

Persönliches Fazit:
Ich finde es GUT, dass Menschen auf die Straße gehen, um ihren Unmut der Regierung (oder dem System, man nenne es, wie man will) kund zu tun. Es ist ein wichtiges, demokratisches Mittel, das wir, das Volk, immer noch benutzen (dürfen, können, sollen, müssen). Ich finde es dagegen SCHLECHT, diejenigen als „Feinde“ zu sehen, die eigentlich zur selben Zielgruppe gehören (Studenten), aber sich einfach nicht mit dem Problem identifizieren können und deswegen nicht an Demonstrationen und Besetzungen teilnehmen.

Ich persönlich identifiziere mich nicht mit dem Problem, deswegen war ich nicht auf der Demo und nicht in einem besetzten Hörsaal, habe aber sehr wohl die Berichterstattung der Medien als auch persönliche Eindrücke von anwesenden Kollegen und Freunden verfolgt.

Wie kann ich es nun verantworten, Student zu sein und trotzdem nicht dafür aufzustehen, kritische Zustände auf der Uni zu beheben? Gegenfrage: Wie kann man sich als „tierlieb“ bezeichnen und trotzdem zulassen, dass die Fleisch- und Pelzindustrie so grausam mit den Tieren umgeht (siehe VGT)? Wie kann man sich als „Naturfreund“ bezeichnen, und trotzdem zulassen, dass täglich die Größe eines Fußballfeldes im Regenwald abgeholzt/gerodet wird (siehe Greenpeace)? Wie kann man sich als „menschenfreundlich“ bezeichnen und trotzdem zulassen, dass Menschen in Afrika verhungern oder an einfachen Krankheiten sterben (siehe Licht ins Dunkel)? Die Liste würde sich sehr lange fortsetzen lassen…

Ich hoffe, ich habe meinen Standpunkt einigermaßen klargestellt und auch „gerechtfertigt“. In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, man müsse sich RECHTFERTIGEN, wenn man sich nicht solidarisch zeigt. Meiner Meinung nach, schießt das genau am Thema vorbei. Trotzdem hoffe ich, das sich die Umstände für alle Studenten der Unis bald verbessern werden.

Stellungnehmend zu den „aktuellen“ Veränderungen in der Weltgeschichte, möchte ich hier meinen Senf dazugeben und meine eigenen Beobachtungen festhalten.

Es fällt auf, dass in letzter Zeit sehr viel in Richtung „Umschwung“ oder „Veränderung“ deutet. Beziehen möchte ich mich dabei auf folgende Punkte:

  • politische Veränderungen (Extremismus)
  • „Weltregierung“ und
  • anderes Leben.

Fangen wir an mit den politischen Veränderungen. Jedem, der mit etwas Kontinuität die Medien beobachtet, dem wird der Extremismus, der jüngst wieder aufflammt, nicht entangen sein. Antisemitismus und Rassismus nimmt in Europa wieder erschreckend zu. Überlebende des KZ Auschwitz werden angegriffen und auch (schon) Schüler schrecken nicht vor Wiederbetätigung zurück. Informierten Kreisen zufolge, soll es in Österreich sogar (bald) eine „Combat 18″ geben – jugendliche Rechtsextreme, die bewaffnet sind.
Was aber noch viel schlimmer ist, als wachsender Rechtsextremismus, ist der Linksextremismus, der sich im Auftreten kaum noch von seinem Gegenspieler unterscheidet. Es scheint, als ob viele vergessen haben, wofür sie überhaupt demonstrieren. Und Gegendemos? Der Sinn hinter solchen Aktionen scheint ja die Konfrontation zu sein. Konfrontation im Sinn von Prügelei. Zeigen, dass die eigene Einstellung besser, stärker, „treffender“ ist, als die andere. Weil die andere Einstellung ja immer schlechter ist, als die eigene.
Unverständnis auf beiden Seiten, sehr traurig. Gegenseitig wirft man sich Wörter wie „Nazi“ an den Kopf, wie dieses Video deutlich macht: HC Strache am Grazer Hauptplatz (von nachrichtenfluss.net)
Ob diese alles niederwalzende Welle des politischen Extremismus auch mal die „Großparteien“ (SPÖ und ÖVP, wer sie schon vergessen hat) auch erreicht, bleibt abzuwarten – obwohl ich es bezweifle. Gerade von denen, die sich „Großpartei“ schimpfen, könnte man sich ja mehr erwarten, als den sogenannten „Kuschelkurs“ (wie es derzeit im Volksmund genannt wird). Man wird ja sehen wo es hinführt…

Anknüpfend daran komme  ich direkt zur sogenannten „Weltregierung“. Dan Brown bringt das Thema in leicht verdaubarer Weise dar. Glaubt man den „Verschwörungstheorien“ (ja, ich weiß, ein Wort bei dem jeder gleich abwinkt und das Gespräch gar nicht zulässt: dennoch, vielleicht wäre es ja ganz interessant, sich die Dinge zumindest anzuhören. Entscheiden, was man glaubt und was nicht, kann man ja nachher immer noch), so soll es Geheimlogen oder -verbände geben, die die Weltherrschaft anstreben. Macht durch Infiltration. Dan Brown hat es aufgeschrieben und in Thrillerform gepresst, Ron Howard hat es verfilmt und einen internationalen Blockbuster daraus gemacht. Auch deutsche Comedians wie Dieter Nuhr (der ja dafür bekannt ist, in seinen Programmen auch mal ein bisschen über den Tellerrand des Alltags hinauszusehen und über Religion und ähnliche „Tabuthemen“ zu witzeln; obwohl er immer Wert auf das Körnchen Wahrheit legt) reden darüber, dass „die Welt ja mittlerweile von nur 12 Familien regiert wird“. Tja, wer hätte das gedacht?
Wo wir gerade von Weltherrschaft und ihrer Erreichbarkeit reden: Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Menschen seit dem 11. September 2001 die Menschen ihre Rechte in rauhen Mengen über Bord werfen, um dafür mehr „Sicherheit“ zu erlangen? Überwachungskameras, der „Kampf gegen den Terrorismus“ und die bestehende Möglichkeit, dass die Polizei in deine privaten, digitalen Daten eindringen kann (aufgrund von „Verdacht auf Bedrohung bzw. terroristische Aktivitäten“). Viele reden jetzt schon vom Überwachungsstaat. Wie viel ist denn noch privat?
Wo wir gerade davon reden, was glauben Sie, was mit den Daten passiert, die sie auf Plattformen wie StudiVZ, Facebook, MySpace usw. eingeben? Fotos werden hochgeladen (freiwillig oder unfreiwillig von Freunden), verlinkt und gespeichert. An und für sich ja ganz spaßig, aber in Zeiten, wo es Bilderkennungssoftware gibt, sollte man sich vielleicht überlegen, wie lange so etwas denn noch Sinn macht. Aber ich will nicht zu sehr schwarzmalen und etwaige Zukunftsszenarien vorweg nehmen. Warten wir stattdessen lieber ab, was passiert…

Als dritten Punkt dieses Blogeintrages habe ich mir „anderes Leben“ vorgenommen. Ebenfalls ein Thema, über das der rational denkende Mensch nicht spricht weil es ja sowieso Humbug ist. „Außerirdisches Leben, pft.“ Aber mal ehrlich, wieso sollten wir alleine sein? Warum sollte der Mensch in diesem unendlichen Universum das Monopol an freiem Willen und Intelligenz besitzen?
Ist Ihnen denn aufgefallen, dass in den letzten 40 Jahren erstaunlich viele Filme rauskamen, die sich mit fremden Leben befassen? Und ist Ihnen auch aufgefallen, dass in den meisten dieser Filme die Fremdlinge von anderen Planeten die Bösen sind? Sehr wenige Filme stellen Außerirdische als freundlich dar („Unheimliche Begegnungen der dritten Art“, „Knowing“ und zum Teil auch „Men in Black“. Filme wie „Star Wars“ und „Star Trek“ seien hier ausgeklammert). Vor allem Blockbuster wie die „Alien“ Quadrologie, die dazugehörige „Predator“ Serie und den Mashup „Alien Vs. Predator“ schüren die Angst vor fremden Leben. Hilfe bekommen sie von aktuellen Filmen wie „Der Tag, an dem die Erde Stillstand“ (der übrigens bereits in den 60ern erschien, damals allerdings viel weniger reißerisch) oder dem Animationsfilm „Monsters VS. Aliens“, der die Thematik bereits Kinderfreundlich macht.
Ich frage mich, wieso man so viel Aufwand betreibt, um den Menschen das Gefühl zu vermitteln, fremdes Leben sei böse, gefährlich, mordlüstern. Denn wenn es wirklich intelligentes Leben da draußen gibt, dann ist es erstens viel weiter fortgeschritten als unseres und zweitens will es uns vernichten. „Krieg der Welten“ (beide Teile – der zweite ist nie auf deutsch erschienen), „Independence Day“ oder „Dreamcatcher“ sind gute Beispiele dafür.
Hätten Sie Angst, wenn plötzlich ein Raumschiff in Ihrem Garten landet? Wenn sich die Luke öffnet und Gestalten aus dem Gegenlicht heraustreten? Natürlich hätten Sie Angst. Nicht, weil Sie ein Hosenscheisser sind, sondern, weil Ihnen nichts anderes vorgespielt wird. Sie MÜSSEN ja Angst vor dem Unbekannten haben, wer weiß, vielleicht will es Sie ja einfach nur auslöschen?
Verschwörungstheorien zufolge ist das alles kein Zufall. Viele meinen, die Menschheit wird auf einen baldigen Kontakt vorbereitet, indem sie mit Filmen, die sich mit der Alien-Thematik auseinander setzen, zugebombt wird. Diese Theorien besagen auch, dass der Grund, wieso die Außerirdischen in den Filmen immer als die Bösen dargestellt werden, darin beruht, dass das fremde Leben eigentlich nur Gutes will. „Gutes“ bedeutet in diesem Fall positive Veränderungen für den kleinen Mann von der Straße. Natürlich will man das in höheren Kreisen nicht, weil diese Veränderungen mit riesigen Profiteinbußen einher gehen würden.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieser Blogeintrag ein riesiger Brocken ist, der vielleicht (nach etwaiger Eigenrecherche für die ganz Interessierten) öfters gelesen werden sollte, um auch wirklich alles zu verstehen. Nicht vergessen: ich beziehe mich hier oftmals auf VerschwörungsTHEORIEN und man muss SELBST entscheiden, was man glaubt und was nicht. Hier steht nicht der Weisheit letzter Schluss und nicht alles, was ich hier aufgeschrieben habe, entspricht auch meiner eigenen Meinung. Ich möchte nur helfen, das engstirnige Denken der Menschheit zu erweitern; Otto Normalverbraucher sollte ruhig öfter über den Tellerrand seiner tristen Existenz blicken, und sich Gedanken über das machen, was denn so sein Leben bestimmt und wofür er eigentlich lebt.

In diesem Sinne: Halten Sie die Augen offen und bleiben Sie wachsam.

Kennt jemand The Pirate Bay nicht? TPB ist laut eigenen Angaben der größte Torrent Tracker, den es zur Zeit im World Wide Web gibt. Vor nicht allzulanger Zeit wurden die Betreiber der Website vor Gericht gestellt. Warum? Weil sie Millionen von Usern den illegalen Download von urheberrechtgeschützten Dateien ermöglichen. Aber: TPB bietet eigentlich keine Musik, Filme oder Software an. Alles, was sie bieten, sind Torrents. Was sind aber nun diese ominösen Torrents?

Torrents sind nichts anderes, als Dateien, die Informationen gespeichert haben. Informationen, wo man eine gewünschte Datei herbekommt. Besser gesagt: von wem. Der Torrent enthält ebenfalls die Adresse des Trackers, über den man sich zum sogenannten Seeder (derjenige, der die ursprüngliche Datei via Torrent der Welt freigibt) verbindet.

Ganz schön kompliziert, oder? Nein, eigentlich gar nicht. Im Prinzip spielt es auch keine Rolle, woher man denn nun seine gestohlene Software, Musik oder Filme bezieht, hauptsache sie sind schnell da und in möglichst guter Qualität.

Moment, gestohlen? Ja. Das ist natürlich der Haken an der Sache: Die eigene Moral steht dem eigenen Geldbörserl gegenüber. Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr, wenn man in Foren liest, dass Leute weit über 3.000 MP3s in ihrer Musikbibliothek horten. Wenn man sich nun fragt, ob man sich sowas denn überhaupt leisten kann, wird man zu dem Schluss kommen, dass dies recht unwahrscheinlich ist.

Wenige Menschen, die ich bisher auf dieses Thema angesprochen habe, sagen tatsächlich, dass sie Gewissensbisse bekommen. Sie kaufen sich ihre Musik in Plattenläden, sehen die neuesten Filme ausschließlich im Kino und besorgen sich Software von Elektronikhändlern ihres Vertrauens. Fragen wir uns doch mal selbst: tun wir das auch? Haben wir Mitleid mit den armen Unternehmen, deren Produktionen ohne Lizenz schamlos aus dem Internet gesaugt werden? Machen wir das anders? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?

Einige Firmen sind bereits auf den Download-Zug aufgesprungen und bieten nun Musik, Filme und Software zum Download an; entgeltlich, versteht sich. Schließlich will man daraus Kapital schlagen, denn irgendwie muss man ja seine Rechnungen bezahlen. Die Strategie geht auch auf – teilweise zumindest. Diejenigen, die aus reiner Bequemlichkeit illegal heruntergeladen haben, tun dies nun mit reinem Gewissen und weniger Geld im Sackerl. Diejenigen, die keinerlei Gewissenbisse verspüren, nützen immer noch illegale Downloads; mit oder ohne schlechtem Gewissen aber dafür mit einer unveränderten Brieftasche.

Piraterie im Software-, Musik- und Filmbereich wird wohl nicht zu stoppen sein. Zumindest nicht, solange man für diese Produkte rechtlich gesehen bezahlen muss (dass dies wohl noch für einige Zeit so bleiben wird, muss wohl nicht extra gesagt werden). Fragen wir uns stattdessen lieber selbst, ob wir unseren Konsum von digitalen Gütern nicht etwas zurückschrauben können, um dafür aber die gesichtslosen Industrien mit unserem sauer Ersparten zu unterstützen.

Twitter – mittlerweile mehr als nur ein harmloser Hype. Das kleine Tool hat sich zu einer der meistbenutzten als auch zu einer der meistumstrittensten Plattformen im Bereich des Social Network und des Micro Blogging gemustert.

Die eigentliche Idee von Twitter ist ja recht simpel: „What are you doing right now?“ Man könnte meinen, dass dies fast zu banal ist, um sich je groß durchsetzen zu können – falsch gedacht.  Dass der Mensch ja lieber Zuneigung simplen Dingen gegenüber entwickelt, ist ja klar, aber Twitter kann sogar anders genutzt werden, als „ich sitze jetzt“ und „jetzt trinke ich Tee“. Konkretes Beispiel folgt natürlich auf dem Fuß: Als das Massaker in einer deutschen Schule losging, war es eine Twitter-Userin, die die Welt darauf aufmerksam machte, sich möglichst aus der Gegend fern zu halten.

Auch wenn diese „andere Art“ Twitter zu benutzen als Königsklasse gilt, so ist sie leider nicht Hauptprogramm. Twitter wird zum Angeben missbraucht.

Jawohl, angeben. Zu oft bereits musste ich lesen, wie andere prahlen was sie gerade für ach so spannende Dinge tun bzw. getan haben. Doch mal ehrlich, interessiert sich wer dafür? Wen interessiert es, dass man gerade ein Interview vorbereitet, in einer Redaktion sitzt oder sonstige Dinge tut?

Zugegeben, ich bin nicht ohne Schuld, oft genug erwische ich mich selbst dabei, via Twitter in die Welt hinaus zu prahlen. Kommen wir uns dadurch besser vor? Brauchen wir diese Pseudobefriedigung, etwas besseres gemacht zu haben als andere? Anscheinend.

Es ist nicht so, dass ich Twitter nicht mögen würde, ich twittere selbst gerne und lese mir alle möglichen Tweets meiner Follower durch, schließlich erwartet man sich das ja auch von den anderen. Es fällt nur leider sehr stark auf, dass zumeist auf eigene Projekte hingewiesen wird, um sich selbst mit imaginärem Ruhm zu übergießen.

Um das Ganze noch zu unterstreichen wird via Twitter auch auf diesen Blogeintrag hingewiesen!

Für ein sauberes twittern!

Das Massaker am 23. Jänner 2009 hat eine Schockreaktion ausgelöst – bei den Betroffenen und Angehörigen, in den Medien und bei allen, die es mitverfolgt haben. So hat sich heute Morgen eine recht interessante Diskussion am Frühstückstisch ereignet.

Als dann der Satz „Leute, die so was machen … die gehören weg“ fiel, ging es erst richtig los. Es fielen Argumente wie „unser Rechtssystem ist einfach zu milde“, „Lebenslänglich heißt ja, dass er nach 20 Jahren mit guter Führung rauskommt“, „diese Leute lernen nicht aus ihren Fehlern“ und „man muss ihn ja nicht erschießen, es gibt ja auch elektrische Stühle“.

Zugegeben, es stellt sich tatsächlich die Frage, was man denn mit Leuten, die eine derart undenkbar grauenhafte Tat vollbracht haben, macht. Feuer allerdings mit Feuer zu bekämpfen, scheint mir nicht der richtige Weg zu sein. Die Verzweiflung und die darauffolgende Wut der Angehörigen (und) der Opfer (es wurden ja nicht nur Kleinkinder verletzt) ist verständlicherweise groß. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Rachegedanken hegen und den Täter ebenfalls lieber tot hätten. Doch was ändert das?

Nichts wäre damit wieder gut gemacht, niemandes Wunden würden sich plötzlich schließen und kein lebloser Körper würde sich wieder mit Lebenskraft füllen. Ich bin mir nicht einmal sicher, wie lange diese Farce der Befriedigung, der Schwindel von Vergeltung aufrecht erhalten bleiben würde.

Aber spinnen wir den Gedanken mal weiter: Wenn wirklich jeder Mensch, der einen Mord begangen hat, dafür ebenfalls sterben sollte … tja, wie soll das denn genau aussehen? Wer verübt denn dann den „Vergeltungsmord“? Und wieso sollte man das denn auch tun, wo man doch dann eigentlich ebenfalls ermordet werden müsste?
Doch abgesehen davon: Würde unser Rechtssystem wirklich so aussehen, dann würde es wohl nicht lang dauern, bis neue Straftaten, die eine ähnlich schlimme Auswirkung auf die Gesellschaft haben, ebenfalls mit dem Tode zu bestrafen wären. Wo wir dann bei Verhetzung wären; aber das hat‘s ja schon vor 500-600 Jahren gegeben und wurde damals „Hexenjagd“ genannt (oder erst vor ca. 65Jahren, damals hieß es „Rassenlehre“). Wir hätten also das Recht, diejenigen, die uns nicht passen, mit Mistgabeln und Fackeln davonzujagen. Ja, das klingt tatsächlich verlockend … zumindest, solange man nicht selbst als Erster laufen muss und der verärgerte Pöbel einem auf den Fersen ist.

Aber zurück zur Realität.

Menschen wie der Messerstecher in der belgischen Kinderkrippe entwickeln ja nicht von heute auf morgen eine Manie und gehen deshalb – weil sie gerade lustig sind – in einen Kinderhort, um dort hilflose Kleinkinder und deren Betreuerinnen abzustechen, wie Schweine nach dem Bolzenschuss. Sie haben sicher eine Vorgeschichte, wie eine verpatzte Kindheit, einen lausigen Job ohne Freunde oder sonstiges. Man muss kein Psychotherapeut sein, um zu erkennen, dass sich dies negativ auf die menschliche Psyche auswirkt.

Es ist heute Morgen auch die Frage nach einer Lösung bzw. nach einer Möglichkeit der Vorbeugung gefallen.

Hat jemand eine Idee?

Es ist der 22. Dezember 2008.

Nicht mehr lange, dann steht der wohl kapitalistischste Feiertag  der Welt vor der Tür: Weihnachten.
Wie könnte man einen Tag wie diesen auch vergessen – wird er uns doch von allen Ecken und Enden unserer Sinneseindrücke vorgestellt. Glühweinstände schießen nicht nur in den Ballungsräumen aus dem Boden. Weihnachtliche Deko wie Weihnachtsmännder, Rentiere, Zierbäume und sonstiger Ramsch überflutet sämtliche Läden und fordert zum Konsumrausch auf. Auf fast allen Frequenzen hört man nur noch Weihnachtslieder die in einen pseudo-fröhlichen Zustand versetzen sollen, stattdessen aber nur dazu führen, dass man verzweifelt den Sender wechselt.

„Das Fest der Liebe“ – so zumindest die halb-offizielle Definition von Weihnachten. Stattdessen hetzt man durch die Straßen, auf der immerwährenden Suche nach den besten Geschenken für die Liebsten. Schenkt man nämlich nichts, so läuft man ja Gefahr, nächstes Jahr ebenfalls nicht beschenkt zu werden; welch Tragödie, nein, das kommt er gar nicht in die Tüte… sozusagen.

Ist der Abend der Abende nun endlich da, hat sich die gesamte Familie vor einem Baum versammelt, der dank Strom hell beleuchtet ist. Heuchlerisch werden Lieder gesungen und die perfekte Familie simuliert; zumindest für einen Abend. Der Sturm auf die Pakete kann also losgehen: Geschenkspapier fliegt durch die Gegend, mühsam geschnürte Packerl werden aufgerissen und man findet sich selbst wieder: das Geschenk in der Hand, entweder voller Glückseligkeit weil einem der eindeutig ausgesprochene Wunsch erfüllt wurde, oder weil der Versuch des Schenkers, den Wunsch des Beschenkten zu erraten, nicht mehr war als ein Griff ins Klo.

Angeblich soll ja das Geschäft auf ebay direkt nach Weihnachten fast genausogut laufen wie davor. Natürlich, denn wohin denn sonst mit dem ganzen Ramsch der einem unterm Weihnachtsbaum erwartet hat, als irgendeinem anderen Idioten andrehen?

Nachdem auch noch das letzte Geld für das fürstliche Essen nach der Bescherung ausgegeben wurde, staunt man nicht schlecht, wenn dann im Jänner die Kreditkartenabrechnung für Dezember im Postkasten liegt. Laut einem Bericht im KURIER sollen Schuldnerberater im ersten Quartal des Jahres Hochsaison haben, zumeist gerade wegen dem 24. Dezember.

Lösungen? Gute Frage… einmal Weihnachten ohne Geschenke und Erwartungen verbringen, das wär doch was. Sich mal nichts wünschen und mit dem zufrieden sein, was man hat. Dem Kapitalismus trotzen und sich nicht gezwungen fühlen, in Geschäfte laufen zu müssen, WEIL WEIHNACHTEN ist.

In diesem Sinne: ein frohes Fest!