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Kennt jemand The Pirate Bay nicht? TPB ist laut eigenen Angaben der größte Torrent Tracker, den es zur Zeit im World Wide Web gibt. Vor nicht allzulanger Zeit wurden die Betreiber der Website vor Gericht gestellt. Warum? Weil sie Millionen von Usern den illegalen Download von urheberrechtgeschützten Dateien ermöglichen. Aber: TPB bietet eigentlich keine Musik, Filme oder Software an. Alles, was sie bieten, sind Torrents. Was sind aber nun diese ominösen Torrents?
Torrents sind nichts anderes, als Dateien, die Informationen gespeichert haben. Informationen, wo man eine gewünschte Datei herbekommt. Besser gesagt: von wem. Der Torrent enthält ebenfalls die Adresse des Trackers, über den man sich zum sogenannten Seeder (derjenige, der die ursprüngliche Datei via Torrent der Welt freigibt) verbindet.
Ganz schön kompliziert, oder? Nein, eigentlich gar nicht. Im Prinzip spielt es auch keine Rolle, woher man denn nun seine gestohlene Software, Musik oder Filme bezieht, hauptsache sie sind schnell da und in möglichst guter Qualität.
Moment, gestohlen? Ja. Das ist natürlich der Haken an der Sache: Die eigene Moral steht dem eigenen Geldbörserl gegenüber. Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr, wenn man in Foren liest, dass Leute weit über 3.000 MP3s in ihrer Musikbibliothek horten. Wenn man sich nun fragt, ob man sich sowas denn überhaupt leisten kann, wird man zu dem Schluss kommen, dass dies recht unwahrscheinlich ist.
Wenige Menschen, die ich bisher auf dieses Thema angesprochen habe, sagen tatsächlich, dass sie Gewissensbisse bekommen. Sie kaufen sich ihre Musik in Plattenläden, sehen die neuesten Filme ausschließlich im Kino und besorgen sich Software von Elektronikhändlern ihres Vertrauens. Fragen wir uns doch mal selbst: tun wir das auch? Haben wir Mitleid mit den armen Unternehmen, deren Produktionen ohne Lizenz schamlos aus dem Internet gesaugt werden? Machen wir das anders? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?
Einige Firmen sind bereits auf den Download-Zug aufgesprungen und bieten nun Musik, Filme und Software zum Download an; entgeltlich, versteht sich. Schließlich will man daraus Kapital schlagen, denn irgendwie muss man ja seine Rechnungen bezahlen. Die Strategie geht auch auf – teilweise zumindest. Diejenigen, die aus reiner Bequemlichkeit illegal heruntergeladen haben, tun dies nun mit reinem Gewissen und weniger Geld im Sackerl. Diejenigen, die keinerlei Gewissenbisse verspüren, nützen immer noch illegale Downloads; mit oder ohne schlechtem Gewissen aber dafür mit einer unveränderten Brieftasche.
Piraterie im Software-, Musik- und Filmbereich wird wohl nicht zu stoppen sein. Zumindest nicht, solange man für diese Produkte rechtlich gesehen bezahlen muss (dass dies wohl noch für einige Zeit so bleiben wird, muss wohl nicht extra gesagt werden). Fragen wir uns stattdessen lieber selbst, ob wir unseren Konsum von digitalen Gütern nicht etwas zurückschrauben können, um dafür aber die gesichtslosen Industrien mit unserem sauer Ersparten zu unterstützen.
